Malte Hülsbeck ist mehr als nur ein Trainer. Er ist eine Seele, die in der Fußballkultur des kleinen TuS Sillenstede pulsiert. In einer Welt, in der der große Fußball oft von Geld, Prestige und Erfolg geprägt ist, ist Hülsbeck das, was man als „Fußballromantiker“ bezeichnet. Seinen Weg zu gehen, bedeutet für ihn, die Liebe zum Spiel in jeder Trainingseinheit und jedem Spiel zu leben.
Die Wurzeln eines Trainers
Im beschaulichen Sillenstede, einem Dorf, das den meisten Menschen nur als eine Fußnote auf der Landkarte bekannt ist, hat Hülsbeck seine Wurzeln. Hier, wo der Wind durch die Weizenfelder weht und die Zeit oft stillzustehen scheint, wurde seine Leidenschaft für das runde Leder geboren. Als Kind kickte er mit seinen Freunden auf dem staubigen Bolzplatz, wo Tore aus alten Paletten und die Schiedsrichterentscheidungen oft nach dem Prinzip „der Stärkere hat recht“ fielen. Diese Unbeschwertheit, die ihn damals prägte, trägt er bis heute in sich – eine kindliche Naivität, die er in die Trainingsansätze und den Umgang mit seinen Spielern einfließen lässt.
Seine ersten Schritte als Trainer waren nicht glamourös. Anfängliche Anstellungen in der Jugendabteilung waren geprägt von Versuchen und Irrtümern, von Fehlschlägen und kleinen Triumphen. Doch Hülsbeck war nie einer, der nach dem schnellen Erfolg strebte. Für ihn war das Wichtigste, den Jungs nicht nur das Fußballspiel, sondern auch Werte wie Respekt, Teamgeist und Fairness zu vermitteln. Er versteht sich nicht nur als Übungsleiter, sondern als Mentor, der seinen Spielern hilft, ihren eigenen Weg zu finden – sowohl auf als auch abseits des Platzes.
Begegnungen, die prägen
Es sind die Begegnungen, die Hülsbeck geprägt haben und die ihn zu dem Trainer gemacht haben, der er heute ist. Dazu zählt nicht nur das Wissen von großen Fußballern oder bedeutenden Trainern, sondern auch die Geschichten der kleinen Leute, die oft im Schatten des großen Fußballs stehen. Ein älterer Herr, der ihm beim ersten Training wichtige Tipps für die Zusammenarbeit mit den Jugendlichen gab, die Frau aus der Nachbarschaft, die alle Spiele mit einem Lächeln auf dem Gesicht verfolgt und die Fankultur in Sillenstede immer wieder neu belebt.
Hülsbeck hat ein besonderes Talent dafür, die Menschen um sich herum mit seiner Leidenschaft für das Spiel anzustecken. Er ist ein Zuhörer, der die Geschichten seiner Spieler kennt – deren Träume, Ängste und Hoffnungen. Er weiß, dass der Fußball nicht nur ein Sport ist, sondern eine Leidenschaft, die Menschen zusammenbringt. So entstehen im Laufe der Saison nicht nur sportliche Erfolge, sondern auch Freundschaften, die über den Platz hinausgehen.
Die Herausforderungen eines Amateurtrainers
Die Realität eines Trainers im Amateurbereich ist oft von Herausforderungen geprägt, die über das Spielfeld hinausgehen. Malte Hülsbeck hat gelernt, mit diesen Widrigkeiten umzugehen. Während er im Training seine Spieler zu Höchstleistungen anspornt, muss er gleichzeitig dafür sorgen, dass die Mannschaft finanziell über die Runden kommt. Sponsoren suchen, Veranstaltungen organisieren und die Gemeinschaft zusammenhalten – all das gehört zu seinen Aufgaben.
Der Druck, den die Spieler auf sich selbst ausüben, ist manchmal enorm. Es geht nicht nur um Tore und Punkte, sondern auch um das Gefühl, Teil einer Gemeinschaft zu sein. Hülsbeck kennt diesen Druck und hat dafür ein offenes Ohr. Wenn ein Spieler nach einem schlechten Spiel zu ihm kommt, ist er nicht nur Trainer, sondern auch ein Freund, der bereit ist zuzuhören und zu helfen. Diese menschliche Nähe macht ihn zu einem Trainer, der von seinen Spielern geliebt und respektiert wird.
Der Weg in die Zukunft
Der Fußball in Deutschland hat sich gewandelt. Vom kleinen Amateurverein hin zu globalen Marken hat sich die Landschaft dramatisch verändert. Doch für Malte Hülsbeck gilt: Die Wurzeln müssen gepflegt werden. Er träumt von einer Zukunft, in der der Amateurfußball nicht nur als Sprungbrett für Talente gesehen wird, sondern als unverzichtbarer Teil der Fußballkultur.
„Wir müssen unsere Identität bewahren“, sagt er mit einer Entschlossenheit in der Stimme, die ansteckend wirkt. Das bedeutet, dass er und sein Team auch in schwierigen Zeiten zusammenstehen und den Spielern das Gefühl geben, dass sie Teil von etwas Größerem sind. Diese Einstellung wird nicht nur von den Spielern, sondern auch von den Fans honoriert, die Woche für Woche an den Platz strömen, um ihre Mannschaft zu unterstützen.
Fazit: Der Fußball als Lebensschule
Malte Hülsbeck ist der Inbegriff des Trainers, der den Fußball in seiner reinsten Form lebt. Er versteht, dass der Sport nicht nur ein Spiel ist, sondern eine Lebensschule, die Werte und Lektionen vermittelt, die weit über das Spielfeld hinausgehen. Er lehrt seine Spieler, das Leben mit Leidenschaft und Hingabe zu leben, sowohl im Stadion als auch im Alltag.
In einem Zeitalter, in dem der Kommerz im Vordergrund steht, ist es ein Geschenk, einen Trainer wie Hülsbeck zu haben, der die Seele des Amateursports verkörpert. Seine Leidenschaft wird nicht nur den TuS Sillenstede, sondern auch die Herzen vieler Fußballfans in der Region prägen. Und so wird der Fußball in Sillenstede nicht nur als Sport, sondern als Kultur und Lebensgefühl gelebt – ein kleines Stück Fußballromantik, das in einer großen Welt oft vergessen wird.