Franziska Stieber: Die Torfrau, die mit Leidenschaft und Herz den Fußball im Mansfeld-Südharz prägt
Ein kalter, bewölkter Morgen in Allstedt, einer kleinen Stadt im Herzen von Mansfeld-Südharz. Die Luft ist frisch und trägt den Geruch feuchter Wiesen und nasser Erde mit sich. Kinder lachen, während sie mit bunten Bällen auf dem Platz spielen, und in der Ferne ertönen die Klänge von einem Fußballtraining. Hier, zwischen alten Bäumen und der liebevoll gepflegten Sportanlage, hat eine Frau ihren Platz gefunden, die nicht nur das Tor ihrer Mannschaft bewacht, sondern auch die Herzen ihrer Mitspielerinnen und der Fans erobert hat: Franziska Stieber.
Die Anfänge einer Torfrau
Franziska ist die Art von Person, die man sofort ins Herz schließt. Mit ihrem breiten Lächeln und der unerschütterlichen Entschlossenheit verkörpert sie den Geist des Amateurfußballs. Ihre Liebe zum Spiel begann in der Kindheit, als sie mit ihrem Bruder auf dem Hinterhof kickte. „Ich war immer diejenige, die ins Tor ging“, erzählt sie mit einem Schmunzeln. „Die anderen wollten schießen, ich wollte die Herausforderung, die Bälle zu halten.“
Diese Leidenschaft führte sie über verschiedene Jugendmannschaften schließlich zu den Frauen des SV Allstedt, wo sie nun nicht nur als Torfrau, sondern auch als Führungspersönlichkeit geschätzt wird. Ihre Entwicklung ist nicht nur sportlicher Natur: Franziska hat gelernt, mit Rückschlägen umzugehen, sowohl auf als auch neben dem Platz. Eine Verletzung setzte sie mehrere Monate außer Gefecht, aber anstatt aufzugeben, nutzte sie die Zeit, um sich physisch und psychisch neu zu sortieren. „Ich habe viel über mich gelernt, während ich zuschauen musste. Es hat mir gezeigt, wie wichtig Teamarbeit ist und dass man nie alleine kämpft“, reflektiert sie.
Der Kampf um Anerkennung
In einer Region, in der Frauenfußball oft im Schatten der Männer steht, hat Franziska es geschafft, sich einen Namen zu machen. Der Fußballverband Sachsen-Anhalt ehrte sie kürzlich für ihre bemerkenswerten Leistungen, und trotzdem bleibt sie bescheiden. „Es ist schön, anerkannt zu werden, aber für mich ist das Wichtigste, dass wir als Team zusammenwachsen und uns gegenseitig unterstützen“, erklärt sie.
Diese Einstellung macht sie zu einem Vorbild, nicht nur für ihre Mitspielerinnen, sondern auch für die jüngeren Generationen, die auf den Sportplatz kommen und von ihr lernen wollen. „Ich möchte zeigen, dass Frauenfußball genauso viel Wert hat wie der Männerfußball“, sagt sie mit fester Stimme. Diese Botschaft wird mit jedem Abpfiff ihrer Spiele lauter und klarer.
Ein Leben für den Fußball
Franziska ist mehr als nur eine Torfrau; sie ist das Herz und die Seele des Teams. Ihr Engagement geht über das Training hinaus. Sie organisiert Events, kümmert sich um die Nachwuchsarbeit und verbringt ihre Freizeit damit, die Begeisterung für den Fußball in der Region zu fördern. „Es ist wichtig, die jüngeren Spielerinnen zu unterstützen und ihnen zu zeigen, dass sie auch auf diesem Weg Erfolg haben können“, erklärt sie. Ihre Vision ist es, eine starke Frauenfußballkultur im Mansfeld-Südharz aufzubauen, die zukünftige Talente inspiriert.
Energie und Leidenschaft strahlen von ihr aus, wenn sie über ihren Verein spricht. „Wir sind wie eine Familie. Es gibt Höhen und Tiefen, aber wir stehen immer füreinander ein“, sagt sie und lächelt. Diese Zusammengehörigkeit spiegelt sich auch im Spiel wider. Franziska hebt die Bedeutung der Teamdynamik hervor, die nicht nur auf den Platz beschränkt ist. „Wir feiern gemeinsam, wir weinen gemeinsam. Das ist der Fußball, den ich liebe.“
Die Herausforderungen einer Torfrau
Die Anforderungen an eine Torfrau sind enorm. Gerade in einem leistungsorientierten Umfeld muss sie sowohl physisch als auch psychisch stark sein. Franziska hat gelernt, mit Druck umzugehen. „Es gibt Tage, an denen man sich einfach nicht wohlfühlt, und das ist okay. Man muss lernen, die eigene Verletzlichkeit zu akzeptieren“, erklärt sie. Diese Einsicht hat sie nicht nur zu einer besseren Sportlerin, sondern auch zu einer stärkeren Person gemacht.
Doch die Herausforderungen sind nicht nur auf dem Platz präsent. Das gesellschaftliche Bild des Frauenfußballs ist oft noch von Vorurteilen geprägt. Franziska hat sich entschieden, gegen diese Vorurteile zu kämpfen. „Ich bin stolz darauf, eine Frau im Fußball zu sein. Jeder, der denkt, dass Frauen nicht die gleiche Leidenschaft und Hingabe aufbringen können, sollte uns einfach zuschauen“, sagt sie und blickt dabei voller Überzeugung in die Zukunft.
Fazit: Der Weg geht weiter
Franziska Stieber ist ein lebendiges Beispiel für die Kraft des Fußballs, die über das Spiel hinausgeht. Ihre Geschichte ist eine von Entschlossenheit, Teamgeist und der unermüdlichen Suche nach Anerkennung und Respekt im Frauenfußball. Während sie sich weiterhin für ihr Team und die Gemeinschaft engagiert, bleibt sie ein leuchtendes Vorbild für alle, die in ihren Fußstapfen folgen möchten.
Die Auszeichnung des Fußballverbands Sachsen-Anhalt ist nur ein weiterer Meilenstein in ihrer Karriere. Franziska hat noch viel vor. Mit ihrer unerschütterlichen Leidenschaft und ihrem unermüdlichen Einsatz wird sie auch weiterhin die Herzen der Menschen in Mansfeld-Südharz erobern. Und während sich der Fußball weiterentwickelt, wird sie an der Spitze stehen und den Weg für zukünftige Generationen ebnen – auf und neben dem Platz.