In den schmalen Gassen von Aurich, zwischen den alten Backsteinhäusern und kleinen Boutiquen, lebt und arbeitet Garrelt Hippen. Ein Name, der hier in der ostfriesischen Stadt nicht nur als leidenschaftlicher Sportler, sondern auch als Brückenbauer zwischen den Welten von Fußball und Handball bekannt ist. Es ist eine Geschichte von Hingabe, Identität und der Suche nach Balance im Leben – eine Geschichte, die weit über die Grenzen der Sportarten hinausgeht.
Die Wurzeln des Spiels
Garrelt wuchs in einer Zeit auf, in der der Sport für viele Kinder das Tor zur Welt war. „Bereits als kleiner Junge war ich in jedem Spielplatz und auf jedem Bolzplatz zu finden“, erzählt er mit einem Lächeln, das die Erinnerungen an seine ersten Fußballerfahrungen in Aurich widerspiegelt. Die grüne Wiese, das Dribbeln, das Schießen – es war eine Freiheit, die er aus kostbaren Momenten mit seinen Freunden schöpfte. Der Ball war nicht einfach nur ein Spielgerät; er war ein Freund, ein Lehrer, ein Symbol für das, was in der Gemeinschaft wichtig war.
„Aber auch Handball war immer präsent in meinem Leben“, sagt Garrelt und erinnert sich an die vielen Stunden, die er mit dem Ball in der Hand verbrachte. Die Anfeuerungen der Zuschauer in der Sporthalle, die Gerüche von Schweiß und Holz, die schroffen Geräusche, wenn eine Handballkugel das Tor traf – all das sind Momente, die ihn geprägt haben. „Diese beiden Sportarten sind für mich wie zwei Seiten einer Medaille“, fügt er hinzu. „Fußball ist das große Spiel im Freien, und Handball, das schnelle Spiel in der Halle. Sie ergänzen sich perfekt.“
Die Kunst der Balance
Doch das Jonglieren zwischen diesen beiden Disziplinen ist nicht immer leicht. „Manchmal fühlt es sich an, als würde ich auf einem Drahtseil balancieren“, gesteht Garrelt. Er ist Trainer und Spieler, gleichzeitig ein Vorbild für die Jugendlichen, die ihn bewundern. „Es gibt viele Erwartungen. Die Kinder sehen zu mir auf, und ich möchte ihnen die besten Werte vermitteln“, erklärt er. Die Verantwortung, die auf seinen Schultern lastet, ist spürbar. Es geht nicht nur um die Ergebnisse auf dem Platz, sondern auch um die Lehren, die der Sport mit sich bringt.
In einer Zeit, in der der Druck auf junge Athleten stetig zunimmt, ist Garrelt ein Beispiel dafür, dass es auch um mehr geht als nur um Siege. „Wettbewerb ist wichtig, aber Teamgeist und Freundschaft sind entscheidend“, betont er. Die Integration von Spaß und Freude in den Trainingsalltag ist für ihn unerlässlich. „Ich möchte, dass die Kinder lernen, zusammenzuarbeiten, sich gegenseitig zu unterstützen und dabei auch noch Spaß zu haben.“
Der Mensch hinter dem Sport
Garrelt ist mehr als nur ein Sportler; er ist ein Mensch mit einer tiefen Verbundenheit zu seiner Heimat. Die Kultur und die Traditionen seiner Region, die raue Schönheit Ostfrieslands, sind in seiner DNA verwurzelt. „Die Menschen hier sind bodenständig und herzlich. Wir haben eine besondere Art, miteinander umzugehen“, reflektiert er und schaut in die Ferne, während er von den Feierlichkeiten und Bräuchen erzählt, die das Leben in Aurich prägen.
Die Sportvereine hier sind mehr als nur Orte des Wettkampfs. Sie sind soziale Katalysatoren, wo Generationen aufeinandertreffen und Freundschaften fürs Leben entstehen. „Wenn ich mit den Jungs trainiere, dann sehe ich das nicht nur als Training. Es ist eine Gemeinschaft. Wir lachen, wir weinen, wir leben“, sagt Garrelt mit einer Intensität, die seine Überzeugung unterstreicht. Seine Augen leuchten, wenn er von der letzten gemeinsamen Fahrt zu einem Turnier erzählt, bei dem sie den Pokal nach Hause brachten – aber vor allem die Erinnerungen, die sie dabei sammelten.
Ein Blick in die Zukunft
Garrelt Hippen ist nicht nur ein Jongleur zwischen zwei Sportarten; er ist ein Visionär. Er träumt davon, dass die nächste Generation von Sportlern in Aurich die Werte von Zusammenhalt und Respekt verkörpert. „Ich möchte, dass die Kinder auch außerhalb des Sports Verantwortung übernehmen, dass sie in der Gemeinschaft aktiv sind, ihre Stimmen erheben und für ihre Überzeugungen kämpfen“, erklärt er.
Sein Engagement geht über den Platz hinaus. Er organisiert Workshops und Events, bei denen es nicht nur um die körperliche Fitness, sondern auch um die geistige Gesundheit geht. „Wir leben in einer schnelllebigen Welt. Es ist wichtig, dass wir auch das Wohlbefinden der Kinder im Blick haben“, sagt Garrelt mit Nachdruck. Sein Plan ist es, eine Sportakademie zu gründen, die Kinder nicht nur körperlich fördert, sondern auch ihre sozialen und emotionalen Fähigkeiten stärkt.
Fazit: Ein Spiel für die Ewigkeit
In einer Welt, die oft kalt und unpersönlich erscheint, ist Garrelt Hippen das lebendige Beispiel dafür, wie Sport Menschen verbinden und inspirieren kann. Seine Leidenschaft, seine Vision und sein Engagement für die Gemeinschaft sind ansteckend und zeigen, dass Fußball und Handball weit mehr sind als nur Spiele – sie sind ein Lebensgefühl, eine Kultur und ein Weg, die Gemeinschaft zu stärken.
Während Garrelt weiterhin jongliert, zwischen den Anforderungen des Sports und dem Bedürfnis, ein Vorbild zu sein, bleibt er dem treu, was ihn antreibt: die Liebe zum Spiel und die Überzeugung, dass jeder Schuss, jeder Pass und jede Interaktion die Welt ein kleines Stück besser machen kann. In Aurich, wo Tradition und Moderne aufeinandertreffen, wird sein Erbe in den Herzen der Menschen weiterleben – ein Spiel für die Ewigkeit.